Geschichte

Pritzwalker Dojo

Angefangen hat eigentlich alles mit einem Tai Chi / Qi Gong Kurs beim SV Drehscheibe e.V. in Pritzwalk. Für diesen Kurs hatte sich schon vor Jahren eine relativ feste Gruppe zusammengefunden. Nachdem Lydia Lang Sensei den bestehenden Teilnehmerkreis übernommen hatte, entstand bei einigen Teilnehmerinnen der Wunsch, sich auch körperlich etwas mehr auszupowern.

 

Ende 2007 bot Lydia Sensei daraufhin ein Schnuppertraining für Karate und Selbstverteidigung speziell für Frauen an. So fand sich eine Gruppe von anfangs acht interessierten Frauen zusammen, die seitdem bei Lydia Lang Sensei jeden Montagabend Shuri-Ryu Karate in Pritzwalk trainieren.

 

Die Anbindung an den bereits bestehenden Gesundheitssportverein Drehscheibe e.V. hat einige Vorteile, gelegentlich jedoch auch Nachteile. So mussten wir uns nicht mit den bürokratischen Hürden, die einem Verein bei der Gründung so im Wege stehen, auseinandersetzen und können den wirklich schönen Trainingsraum des Vereins nutzen. Andererseits hatte der Vereinsvorstand anfangs andere Vorstellungen von seinem Angebot, als die TeilnehmerInnen. Es wurde großer Wert darauf gelegt, dass es sich bei unserem Kurs um ein Selbstsicherheitstraining für Frauen und nicht um Karate als Kampfkunst handele. Inzwischen sind wir jedoch auch offiziell als Karategruppe innerhalb des Vereins anerkannt und werden gerne zu Vorführungen bei den Vereinsveranstaltungen eingeladen.

 

Im Laufe der Zeit wurde immer deutlicher, dass nur ein Trainingstermin in der Woche nicht allen ausreichte. Also begaben wir uns auf die Suche nach einem 2. Termin, was sich ja zunächst nicht besonders schwierig anhört. Es war jedoch gar nicht so einfach, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen (und hierbei ging es ja zunächst erst einmal nur um einen Tag!), denn alle sind irgendwie beruflich und familiär eingebunden. Irgendwann stand jedoch fest, dass wir uns künftig auch am Freitagabend treffen werden. Kaum war das eine geklärt, ergab sich ein Raumproblem, denn der Vereinssportraum, den wir montags als Dojo nutzen, ist freitags bereits belegt. Der Sportverein war bemüht uns zu unterstützen.

 

In den ersten Jahren konnten wir in den Sommermonaten eine Sporthalle in Pritzwalk nutzen – im Winter mussten wir jedoch in die Nachbarschaft nach Gerdshagen ausweichen. Die Halle dort war schwer zu heizen, so dass bei winterlichen Temperaturen ein gewisses Maß an Durchhaltevermögen oder angepasste Kleidung gefragt war. Einige von uns hat das dazu verleitet, in Skihosen zu trainieren. So war der Weg nicht ohne Hindernisse – aber trotz allem oder gerade deshalb ist der harte Kern der Gruppe bis heute stabil. Mittlerweile haben wir auch freitags einen festen Trainingsplatz in einer Pritzwalker Halle.

 

Heute sind wir ca. 10 Frauen in einem Alter von Mitte 20 und bis um die 60, die relativ regelmäßig gemeinsam trainieren. Davon sind einige bereits seit 2007 dabei. So unterschiedlich wie wir selber sind, sind sicherlich auch die Gründe jeder einzelnen, warum sie sich dafür entschieden hat, den Weg des Karate zu gehen. Was uns aber allen gemeinsam ist: wir haben zusammen jede Menge Spaß.

 

Ein besonderes Erlebnis ist es für uns, wenn wir uns mit den Frauen des Berliner Dojos in Berlin oder Preddöhl zum gemeinsamen Training treffen oder die eine oder andere sich aus Berlin zum Training nach Pritzwalk verirrt. Vor allem die internationalen Frauen-Kampfkunst-Sommerwochen (seit 2010) die Shuri-Sommer-Woche (seit 2015) im Gästehaus in Preddöhl oder die Wochenendworkshops in Berlin und Preddöhl bieten immer wieder eine tolle Gelegenheit zum Austausch, zum gemeinsamen Lernen und zum Miteinander mit Frauen, Kindern und mittlerweile auch Männern aus unterschiedlichen Shuri-Dojos und auch aus anderen Stilen. Für manche von uns sind die Shuri-Gruppen und einige regelmäßige Gäste aus anderen Stilen so zur zweiten Familie geworden.